Happy Birthday Nylons – 75 Jahre Nylonstrümpfe

Quelle: Glamour Daze

Quelle: Glamour Daze

15.05.1940, Ein Kaufhaus in New York – Schreie, Polizeiabsperrungen und sich prügelnde Frauen. Was ist nur passiert? An diesem Tag wurden in ganz Amerika rund 5 Millionen Paar Nylons verkauft. Denn es ist der erste Tag in der Geschichte, an dem Nylons aus Massenproduktion in den Verkauf gingen – und zwar nur in ausgewählten Kaufhäusern amerikanischer Metropolen. Vorher war ein Paar Nylons nicht unter 250,- Dollar zu haben. Kein Wunder, dass an diesem Mittwoch tausende Amerikanerinnen ihre Vorstädte hinter sich zurückließen und sich in den Metropolen einquartierten. Mit nur einem Ziel: Dem ersten Paar echter und eigener Nylons. 

Der N-Day

Tausende Frauen warten schon morgens vor berühmten Kaufhäusern, wie Macy’s in New York. Nur Polizeiabsperrungen verhindern vorerst Schlimmeres. Die Warnung der New York Times, dass der Verkaufsstart der Nylons nur mit einer begrenzten Menge beginnt, die wahrscheinlich schon am Mittag ausverkauft sein wird, tat ihr Übriges. Alle wollten ihn haben. Das Symbol für Wohlstand, Charme & Glamour: Den Nylonstrumpf. 

Erstmals konnten Frauen eine glamouröse Anrüchigkeit ausstrahlen, ohne dabei auf Stil und damenhafte Seriösität verzichten zu müssen. Endlich konnte man sich fühlen, wie ein echter Filmstar, welche bis dahin die Einzigen waren, die sich die kostspieligen Nylonstrümpfe leisten konnten. Doch am 15.05.1940 sollte sich Alles ändern. Fünf Jahre, nachdem die Firma DuPont das feine und zugleich robuste Material erstmals entdeckt hatte.

Chemische Formel des Nylon 6.6

Chemische Formel des Nylon 6.6

Am anderen Ufer des Atlantiks entdeckte der deutsche Chemiker Paul Schlack für die Firma IG Farben beinahe zeitgleich eine sehr ähnliche Faser – Perlon. Trotzdem blieb der große Knall, zumindest auf der Ebene der Nylons, zwischen Deutschland und den USA aus. Man setzte sich friedlich an einen Tisch, tauschte die Formeln aus und teilte den Markt unter sich auf: Alle Länder, westlich von Deutschland, sollte DuPont beliefern, alle Länder, östlich von Deutschland, erhielten fortan die Perlonstrümpfe der IG Farben.

Bereits im ersten Jahr der Massenfertigung der begehrten Nylonstrümpfe gingen rund 54 Millionen Paar über amerikanische Ladentheken.

Übrigens: Hier finden Sie noch mehr Infos, über die Entstehungsgeschichte der Nylons.

DuPont und IG Farben konnten sich einigen – Die Herrschenden nicht

Kann es kaum erwarten: Frau streift Nylons auf offener Straße über

Kann es kaum erwarten: Frau streift Nylons auf offener Straße über

In Deutschland erfreuten sich die Ersten, von nun an elegant bestrumpften Damen aus der Großstadt, bereits Ende der 1930er Jahre an dem robusten Gemisch aus Kohlenstoff, Luft und Wasser, welches fortan Frauen auf der ganzen Welt begeistern sollte.

Die berühmte Naht von der Ferse bis zum Schenkel, auf deren Sitz die Damen ihrer Zeit peinlichst genau Acht gaben, betont die Beine ihrer Trägerinnen noch Heute und streckt sie optisch. Doch trotz heute verfügbarer Rundstrickmaschinen werden einige Strümpfe, wie beispielsweise die Nylons von Cervin, noch genau wie damals gefertigt – ganz zur Freude der Liebhaber und Liebhaberinnen echter Nylons.

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Die Freude der damaligen modebewussten Großstädterinnen war leider nur von kurzer Dauer, denn mit dem Eintritt in den zweiten Weltkrieg wurde das strapazierfähige und, auf Grund der großen Nachfrage, mittlerweile günstig zu produzierende Material, zum kriegswichtigen Material erklärt. Aus Perlon wurden nicht länger verheissungsvolle Strümpfe gefertigt, sondern Zelte, Fallschirme und Seile.

Ebenso wurde die Verarbeitung auf der anderen Seite des Atlantiks streng rationiert. Im Jahre 1942 wurden lediglich 4,5 Millionen Paar verkauft, also genauso viele, wie 1940 an einem Tag – dem “N-Day”.

Vor allem der Angriff auf Pearl Harbor verwandelte Nylon in ein kriegswichtiges Material.

35 % der Frauen wollen Männer – 65 % wollen Nylons

Von nun an waren Nylons eigentlich nur noch auf dem Schwarzmarkt erhältlich.

Eine Frau lässt sich einen Strumpf mit Make-up aufs Bein malen - inklusive falscher Rücknaht.

Eine Frau lässt sich einen Strumpf mit Make-up aufs Bein malen – inklusive falscher Rücknaht.

Doch die Leidenschaft der Frauen für die Traumfaser war bereits so stark geweckt worden, dass auch der zweite Weltkrieg nur eine Unterbrechung des Trends hervorrief, nicht aber sein Ende.

“Was fehlt euch am meisten?”, wurden junge Amerikanerinnen nach Kriegsende gefragt. Nur 35 Prozent antworteten: “Männer” – der Rest wollte “Nylons”.

Die Amerikanerinnen sollten ihre Nylons bald wieder bekommen. In Nachkriegsdeutschland musste man sich mit seiner künstlerischen Ader zu Helfen wissen, oder helfen lassen.

“Farbstrumpf Coloral Sonnenbraun” hieß das Zauberwort. Eine Art Make-Up, mit dem das komplette Bein bemalt wurde, um so den Anschein eines Strumpfs zu erwecken. Wer sich die Farbe nicht leisten konnte, griff zu Kaffeesatz. Der Kajalstift kam auf jeden Fall immer zum Einsatz. Und zwar zum Zeichnen der so beliebten und markanten Rücknaht vom Schenkel bis zur Ferse.

Dass dies jedoch kein vollkommen zufriedenstellender Ersatz war, zeigt auch die Entstehung des Begriffs “Bettkantenwährung” zu jener Zeit. Denn die amerikanischen GIs brachten nach Ende des Krieges die echten Nylons zurück nach Deutschland. Natürlich nicht ohne Eigennutz, denn es sprach sich schnell herum, dass die deutschen “Fräuleins” gerne zu unkeuschen Handlungen bereit waren, im Tausch für ein paar echte “Strapse”.

Jenseits des Atlantiks waren die Nylons längst wieder Massenware und der N-Day geriet langsam in Vergessenheit. In Deutschland jedoch wurde das eigene Paar Nylons noch länger behütet, wie der eigene Augapfel. Sie waren reine Luxusartikel und versprühten den Charme der Hollywoodstars, die natürlich gerne Werbung standen. Die “Laufmaschendienste” boomten. Die Strumpfhersteller regten sich darüber auf.

Doch in den 1950er Jahren eroberten sie den Markt zurück. Der Strumpf wurde zum Statussymbol und für viele Frauen der Schlüssel zu einem besseren Leben. Anfang der 1950er produzierten deutsche Hersteller bereits wieder rund 30 Millionen Paar Strümpfe. Schon Mitte der 50er waren es 100 Millionen Paar. Die Preise purzelten im gleichen Maße von 10,- DM Anfang der 50er auf 3,50 DM Mitte der 1950er für ein Paar Nylons.

Und heute?

75 Jahre nach dem N-Day und 70 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs ist der Wert echter Nylons sogar wieder gestiegen, denn das für heutige Maßstäbe aufwendige Fertigungsverfahren und auch das recht “grobe” Erscheinungsbild im Vergleich zu heutigen Feinstrumpfhosen hat die Hersteller auf eine übersichtliche Handvoll reduziert.

Aber noch mehr als Krieg und Frieden machte etwas anderes den Nylons Anfang der 1960er das Leben schwer. Das Aufkommen des Mini-Rocks. Nicht etwa, weil fortan alle den Mini-Rock als verführerischstes Modeaccessoires betrachteten. Er war einfach zu kurz, sodass nicht mehr nur die Strümpfe, sondern auch die Strumpfhalter die Blicke auf sich gezogen hätten.

Der Siegeszug der Strumpfhose begann. Vorbei die Zeit der unbequemen Strumpfhalter und kaputten Verschlüsse.

Doch gerade an einem, für Strumpffans, historischen Tag wie heute, möchte wir an den Charme, die Eleganz und das Lebensgefühl der 1950er Jahre erinnern, welches echte fully fashioned Nylons bis heute ausstrahlen.

Mit echten Nylons hüllen Sie Ihre Beine in ein einzigartiges Lebensgefühl. Und in der Mode geht es auch heute wie damals immer noch um:

Glamour, Sex und einen besseren Lifestyle – und dafür stehen echte Nylons seit jeher.

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